Nina Mae Fowler

Nina Fowler, geboren 1981 in London, hat ihre künstlerischen Wurzeln in der Bildhauerei. Im Jahr 2003 schloss sie ihr Kunststudium an der Brighton University (UK) mit dem Bachelor of Fine Art: Sculpture ab. Schon damals waren die zeichnerischen Studien für ihre Skulpturen zentraler Bestandteil ihrer Arbeit. Im Laufe der Zeit hat sich ihr Interesse immer weiter hin zu den Zeichnungen verlagert, und heute ist sie bekannt für ihre ausdrucksstarken, zumeist in schwarzweiß gehaltenen Bleistift- und Kohlezeichnungen von stark szenischen Tafelbildern und Portraits, die oftmals prominente Schauspieler in schicksalhaften Momenten zeigen. Fowler blickt damit hinter die glamouröse Oberfläche der Film-, Musik- und Modewelt, wie sie heute von den Kameras millionenfach festgehalten und in Sekundenschnelle weltweit medial verbreitet wird, und lenkt den Blick auf die oft verhängnisvollen inneren Konflikte in den scheinbar perfekten Leben der Stars unserer Zeit. Die Erkenntnis, dass ein nach außen hin glanzvolles Leben häufig eine dunkle Kehrseite hat, die allzu oft im Verborgenen bleibt, bis sie sich in verhängnisvollen Wendungen mit Gewalt Bahn bricht und auf tragische Weise ins Bewusstsein der Öffentlichkeit gelangt, ist nicht wirklich neu. „Nina Fowler jedoch findet dafür eine ungewöhnliche Form, bei der vor allem die zeichnerische Potenz der 1981 geborenen Engländerin herausragt.“ (K. Fischer, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.08.2013)

Trotz ihres geringen Alters wurde Fowler bereits für wichtige internationale Preise nominiert und ist in zahlreichen privaten und öffentlichen Sammlungen in Europa, den USA und Asien vertreten. Zu den Anhängern und Sammlern ihrer Kunst gehören viele Prominente aus Film, Musik und Mode, so unter anderem Jude Law, John Maybury, Sharleen Spiteri und Caroline Issa. Seit einigen Jahren werden ihre Arbeiten zunehmend von Museen gewürdigt und finden Eingang in öffentliche Sammlungen wie der Try-Me Collection in Richmond (Virginia, USA), der Assante International und dem exklusiven Groucho Club sowie dem Dean Street Townhouse (beide London).
Trotz der hohen Aufmerksamkeit, die Nina Fowler international zuteil wird, war sie in Deutschland noch bis vor kurzem weitgehend unbekannt. Das ändert sich nun zunehmend seit ihrer ersten Museumsausstellung, die ihr der Kunstverein Aschaffenburg im Herbst des Jahres 2013 mit der Gruppenausstellung Starke Frauen gewidmet hat. Auch die zahlreichen Nominierungen für international renommierte Preise tragen dazu bei, dass die Kunstwelt verstärkt auf Fowlers Arbeiten aufmerksam wird. Der DRAWING NOW Award und der Young Masters Prize führten Fowler ebenso auf ihren Shortlists wie der BP Portrait Prize und der Jerwood Drawing Prize.

»It’s always been drawing for me.«

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