Armin Morbach

Die Fotografie ist das Medium des kreativen Ausdrucks von Armin Morbach, seine künstlerische Arbeit beginnt aber, lange bevor er die Kamera in die Hand nimmt. Denn seine Motive sind keine Zufallsentdeckungen oder dokumentarische Beobachtungen, sondern bewusste Kompositionen, detailreich geplant und aufwendig inszeniert, ganz so, wie man es in der Fotografie etwa von Annie Leibovitz kennt. Auch bei Morbach steht immer wieder der Mensch im Zentrum der Motive, bei seinen Bildern aber an klassische Portrait-Fotografie zu denken, wäre weit gefehlt. Vielmehr geht es Morbach um den Menschen in einem sozialen Kontext sowie im selbstreflektiven Bezug zu sich selbst und somit um genau jene wesensimmanenten Facetten, die in der Schönheit des ersten Anscheins verborgen bleiben. So gibt es eine ganze Werkserie, in der die Portraitierten mehr oder weniger vollständig verborgen sind und gerade dadurch besondere Ausdrucksstärke erlangen.

Morbach kreiert in seinen Arbeiten Welten von verstörender Schönheit. Jedes einzelne Bild entfaltet eine hohe Ästhetik, die die Wurzeln des Künstlers in der Modewelt und sein handwerkliches Können als Visagist erkennen lassen. Allerdings ist die Ästhetik stets gebrochen, ruft Irritationen hervor und wirft Fragen auf. So zwingen die Bilder den Betrachter, sich über die Schönheit hinaus mit dem Bildmotiv auseinanderzusetzen, etwa wenn das Modell nicht nur vor einem endlos erscheinenden Berg von Mülltüten arrangiert ist, sondern optisch geradezu darin aufzugehen scheint und erst bei näherer Betrachtung auszumachen ist, oder wenn die Modelle derart in einem sachlich-kühlen Wohnzimmer platziert sind, dass sie ebenso wie ein Accessoire wirken wie die präzise ausgerichteten Möbelstücke.

Als Visagist in der Modewelt war es Morbachs Aufgabe, reine Schönheit zu erschaffen, als Fotograf hat er es sich zur Aufgabe gemacht, diesen Schönheitsbegriff zu hinterfragen. Seine Arbeiten sind poetisch und brutal, anziehend und erschreckend, immer wieder überraschend und stets auf ihre je eigene Art von höchster Ästhetik. Sie waren bereits in zahlreichen deutschen und internationalen Ausstellungen zu sehen, sind Teil renommierter Sammlungen wie der Sammlung Gundlach und wurden in zahlreichen Magazinen und Zeitungen wie der New York Times veröffentlicht und besprochen. In Deutschland ist Morbach zudem einem breiten Publikum durch seine Tätigkeit als Juror bei Germanys Next Top Model und einem Fachpublikum als Herausgeber des von ihm gegründeten und bereits seit 2005 erscheinenden TUSH Magazins bekannt.

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Photography is Armin Morbach’s medium of creative expression, his artistic work however starts long before he picks up his camera. For his subjects are neither accidental discoveries nor documentary observations but rather conscious compositions, carefully planned, rich in detail and produced elaborately, just the way we know from Annie Leibovitz’s photography. And Morbach too focuses on human beings as his subjects but to think of classical portrait photography with his photographs would be way off the mark. Morbach rather cares about people in a social context and in a self-reflexive reference to themselves and thus about exactly those facets intrinsic in their nature that remain hidden in the beauty of the first impression. There is an entire series of works that pretty much conceals the sitters completely and this is precisely what gives them particular expressiveness.

In his works Morbach creates worlds of unsettling beauty. Every single picture unfolds a great aesthetic revealing the artist’s roots in the fashion world and his artisanal prowess as a make-up artist. Yet his aesthetics is unfailingly broken, causes irritation and prompts questions. Thus the photographs force the viewer to deal with the subject beyond its beauty, like when the sitter is not only arranged in front of a seemingly endless pile of trash bags but appears to be optically merged into them and may only be recognized after closer inspection, or when the sitters are placed in a sober business-like parlour in a way that they appear to be an accessory as much as the accurately lined-up pieces of furniture.

As a make-up artist in the fashion world it was Morbach’s task to create pure beauty, as a photographer he made it his purpose to scrutinize this concept of beauty. His works are poetic and brutal, appealing and startling, time and again surprizing and in their own way always of the highest aesthetics. They were shown in numerous German and international exhibitions, are part of renowned collections as the Gundlach collection and were published and reviewed in a vast number of magazines and newspapers like the New York Times. In Germany, Morbach is well known to a broad public through being a juror at the Germany’s Next Top Model show, and to an expert audience as publisher of TUSH magazine founded by him and published since 2005.

Als Visagist in der Modewelt war es Morbachs Aufgabe, reine Schönheit zu erschaffen, als Fotograf hat er es sich zur Aufgabe gemacht, diesen Schönheitsbegriff zu hinterfragen.

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