Nina Mae Fowler

Valentino’s Funeral: Part III

  • Druck, 2009
  • Inkjet-Druck auf Hahnemühle Photo Rag Baryta 315 g/qm
  • Auflage: 10 + 2 EA
  • Format: 30 x 84 cm
  • Signatur: Von der Künstlerin signiert, nummeriert und datiert
  • Provenienz: Künstlerin
  • Preis: 550,- Euro

Der Bilderzyklus Velantino’s Funeral stand im Zentrum von Fowlers erster Einzelausstellung auf der Docks Art Fair 2009 in Lyon und verhalf ihr in kürzester Zeit zu internationaler Bekanntheit. Die großformatigen Originalzeichnungen, die den Drucken zugrunde liegen, sind 160 cm hoch und bis zu 446 cm breit und heute Teil einer öffentlichen Sammlung in Virginia (USA). Die mit Bleistift und Graphit angefertigten Zeichnungen thematisieren die Beerdigung des italienischen Schauspielers Rudolph Valantino. Der 1926 im Alter von 31 Jahren gestorbene Stummfilm-Star gelangte erst fünf Jahre vor seinem Tod mit dem Film Der Scheich zu Weltruhm. Sein Tod infolge einer Lungenentzündung löste unter seinen weiblichen Fans regelrechte Massenhysterien aus – ein für die Film- und Musikbranche der zwanziger Jahre noch junges Phänomen.

Den Zeichnungen ging eine zweijährige Recherchearbeit voraus, während der Fowler jedes heute noch greifbare Detail über die Beerdigung Valentinos zusammentrug und insbesondere ein Verzeichnis der nachgewiesenen Beerdigungsgäste anlegte. Anschließend reiste sie nach Los Angeles, um vor Ort erste Skizzen von dem Inneren der Kirche, in der die Trauerfeier stattfand, anzufertigen. Nach und nach erstellte Fowler anschließend die Zeichnungen der einzelnen Trauergäste – von denen jeder auf seine Art klagend, entsetzt, still leidend, Halt suchend oder von allen anderen abgewandt trauert. Die Studien resultieren in drei großformatigen Werken, in denen die Figuren collage-artig zu einer opulenten, die Welt anklagenden Trauerfeier vereint sind. Alle drei Bilder gemeinsam versammeln ein mehr als 80 Figuren umfassendes Personal. Dabei werden die Trauergäste selbst als die Stars der goldenen 20er-Jahre präsentiert, die sie zum überwiegenden Teil tatsächlich waren. So thematisiert Fowler in diesem Bilderzyklus nicht nur den Schmerz und die Trauer um den Verlust eines Menschen, sondern zugleich die Selbstinszenierung und den Personenkult, die der Filmbranche so sehr zu eigen sind, mit der Stummfilmzeit begannen und heute stärker als je zuvor das Selbstverständnis der Branche und ihrer Protagonisten prägen.

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