Nina Fowler

Hello Sadness I (artnow Edition)

  • Zeichnung, 2017
  • Offsetdruck
  • Auflage: 75
  • Format: 40 x 55 cm
  • Signatur: Von der Künstlerin signiert und datiert
  • Provenienz: artnow Gallery
  • Preis: 175,- Euro

Die Zeichnung Hello Sadness Part I zeigt die Schauspielerin Jean Seberg in einer dramatisch verzweifelten Situation. Seberg war eine US-amerikanische Schauspielerin, die mit ihrer Rolle der Patricia Franchini in dem 1960 von Jean-Luc Godard gedrehten Film Außer Atem zu einer Ikone der Nouvelle Vague wurde. Sie pendelte zwischen Hollywood und Europa und spielte die Hauptrollen in Filmen ganz unterschiedlicher Genres. Die Zeichnung Hello Sadness Part I zeigt sie ein einer Szene aus dem 1958 entstandenen Film Bonjour Tristesse. Sie ist in dieser Szene sichtlich verstört und schmiert sich in dem hilflosen Versuch, sich vor ihrem Umfeld zu verbergen, Sahne in ihr Gesicht. Tragischerweise kann man als Hollywood-Star der eindringenden Außenwelt nicht so leicht entkommen – und das musste Seberg nicht nur in ihren Rollen, sondern auch in ihrem ganz persönlichen, aber eben nie mehr privat gebliebenen Leben erfahren.

Ende der 1960er-Jahre leistete Seberg mehrere Spenden an die Bewegung der Black Panther. In den Augen des FBI machte sie das zu einer Unterstützerin subversiver Bewegungen – für das FBI Grund genug, eine Diffamierungskampagne zu starten. So spielte das FBI den Medien die frei erfundene Geschichte, das ungeborene Kind Sebergs sei nicht von ihrem Mann, sondern von einem führenden Mitglied der Black Panther, zu. Die Geschichte wurde von über 100 Zeitungen aufgegriffen. Das Entsetzen über den niederträchtigen Angriff auf ihre Person löste vorzeitige Wehen aus, in deren Folge das Kind schließlich starb. Über diesen Verlust ist Seberg nie hinweggekommen. Zum Jahrestag des Todes ihres Kindes trug sie sich regelmäßig mit Selbstmordgedanken. Am 29. August 1979 wurde sie in Paris zum letzten Mal lebend gesehen; am darauffolgenden Tag fand man sie mit einem Abschiedsbrief Tod in ihrem Auto. Ein Jahr später folgte ihr Mann Romain Gary ihr in den Freitod.

Mit der Zeichnung Hello Sadness Part I thematisiert Fowler die ambivalente Wirkung von Klatsch und Tratsch, die sich von Hollywood-Stars mittels der Klatschpresse gezielt für den Aufbau ihres Starruhms instrumentalisieren lassen, die aber ebenso außer Kontrolle geraten und sich gegen den Star wenden können. So macht der eigene Ruhm die Stars angreifbar, Glamour und Verletzlichkeit gehen eine tragisch-symbiotische Verbindung ein, der viele große Stars unserer Zeit nicht zu entkommen vermögen.