Michael Sebastian Haas

Im Mittelpunkt der Arbeit von Michael Sebastian Haas stehen kinetische Installationen. Um seine künstlerischen Ideen zu entwickeln und umzusetzen, bedient sich der Berliner Konzeptkünstler eines breit gefächerten Repertoires an Technologien und Techniken. Die Kombination von Malerei, Fotografie, Robotik, Licht, Architektur und Textil wird zu seiner künstlerischen Dokumentation der Logik und des Lebens dieser „sich entwickelnden Systeme“ –  so auch in seiner Serie der „Burning Lights“: eine Sammlung von Arbeiten, mit denen der Künstler den Prozess der Selbstverbrennung untersucht. Hierbei versteht Haas das Verbrennen als wesentlichen Akt der Schöpfung und Zerstörung unter Berücksichtigung der elementaren und kulturellen Kräfte.

In den Arbeiten stößt Licht in die Dreidimensionalität vor. Motive von Brandkatastrophen collagiert der Künstler zu den Vorlagen für die „Burning Lights“. Eine eigens angefertigte Apparatur projiziert die aufgeschlüsselten Raster auf die schwarzen Bildträger und brennt sie via Laserstrahl in die Oberflächen ein. Dabei ist die Energiezufuhr während des gesamten Vorgangs exakt zu regulieren, um die perforierte Membran vor dem Zerfall zu bewahren. Die künstlerische Domestizierung des maschinell erzeugten Feuers – treffender könnte der Prometheus-Effekt kaum verbildlicht werden. Artikuliert sich die Gaze durch Hintergrundbeleuchtung zunächst als schwarz-weiße Ebene, handelt es sich strenggenommen um einen monochromen Gewebekörper.

Den Zugang, das Wissen und die entscheidenen Impulse für den freien, experimentellen und multimedialen Ansatz seiner Kunst erwarb sich Michael Sebastian Haas während eines ersten Studiums der Kulturwissenschaft an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg und einem anschließenden Zweitstudium im Fachbereich Produktdesign an der Staatlichen Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe, das er 2007 mit Auszeichnung absolvierte. Seit 2009 arbeitet der 1979 in Neuenbürg im Schwarzwald geborene Haas als freischaffender Künstler und Entrepreneur im Rahmen seiner Sonice Development GmbH. Seine Arbeiten und Installationen waren bereits in zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland zu sehen.

»Die Burning Light Serie ist eine Grenzbetrachtung. Hier taucht ein unbändiger Wille in
tiefe Dunkelheit um das Dahinter zu finden. So wurde mir Licht zum Werkzeug und
ich entdeckte das Licht als Material.«

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