Massimo Danielis

Massimo Danielis, 1963 in Neuss geboren, ist ein Suchender. Er probiert, beschreitet Umwege, und begreift dabei ganz bewusst Versuch, Irrtum und Korrektur als produktiven Erkenntnisprozess. Diese Haltung prägt seine Arbeitsweise wie auch seinen Lebensweg. So betrieb er die Malerei zunächst als Hobby und erprobte sich in verschiedenen technischen und interpretatorischen Ansätzen, während er Touristikbetriebswirtschaft studierte und anschließend einige Jahre als Angestellter der Fluggesellschaft Alitalia arbeitete. Mit der Zeit wurde das künstlerische Arbeiten in seinem Leben immer wichtiger und 1993 beschloss Danielis, seiner Berufung zu folgen und als freier Maler und Graphiker zu arbeiten. Ersten Studien an der Kunstakademie Sevilla folgten ein Gaststudium in Nürnberg und schließlich ab 1994 das Studium an der Kunstakademie München, das er 1999 als Meisterschüler in der Malklasse von Prof. Weißhaar abschloss.

Neben der Malerei in Öl beschäftigt sich Danielis im Selbstverständnis eines Peintre-Graveur mit den druckgraphischen Verfahren der Radierung und der Lithographie. Er lebt und arbeitet heute in Pfaffenhofen sowie in der italienischen Provinz Udine. In seinen Arbeiten tastet er Strukturen und Formen ab, die uns im Alltag umgeben und auf vielfältige Weise die Spuren des Lebens widerspiegeln. Diese Spuren findet Danielis in so gewöhnlichen Dingen wie der Oberfläche eines Tisches, in Kleidungsstücken, Mauerfassaden oder Bodenbelägen, denen im Laufe der Zeit durch ihre stete Benutzung die Geschichte ihrer Umgebung eingeprägt wird. Er reduziert diese Spuren auf ihren wesentlichen Kern und arbeitet durch diese Form der Abstraktion die Poesie einer verborgenen Ästhetik heraus, während das gegenständliche Motiv weitgehend in den Hintergrund tritt. Dadurch lassen Danielis’ Arbeiten Raum für Interpretationen, die der Betrachter mit seiner Vorstellungs- und Erfahrungswelt füllen kann.

Seit einigen Jahren finden Danielis’ Arbeiten zunehmend internationale Beachtung und sind heute in zahlreichen privaten und renommierten öffentlichen Sammlungen vertreten wie dem British Museum (London), dem Victoria & Albert Museum (London), dem Museum Meermanno (Den Haag), der Fondation Carré d’Art (Vinelz, Schweiz) und dem Espoo Art Museum (Espoo, Finnland). Ferner finden sich seine Arbeiten in der FILAC – Fondation Nationale du Livre (Marseille), der Birmingham Museums & Art Gallery, der Pfalzgalerie (Kaiserslautern), der Sammlung der Bayerischen Landesbank (München) und der Staatsbibliothek München.

»Ich gebe nicht mehr ein Abbild einer Wirklichkeit, sondern spiele mit Assoziationen, um den Betrachter anzuregen, sich seinen Teil zu denken.«

82Massimo Danielis