Kirstine Reiner Hansen

Kirstine Reiner Hansen, geboren in Odense/Dänemark, studierte Design und Illustration an der Design School Kolding in Dänemark. Die Malerei eignete sie sich im Selbststudium an. Dabei beschäftigte sie sich zunächst viele Jahre mit Schichtenmalerei, die es erlaubt, ein Motiv in vielen Arbeitsschritten herauszuarbeiten, und öffnete sich im Laufe der Zeit immer weiter für neue Techniken, die sie heute mit großer Leichtigkeit kombiniert. So spielt sie mit Gegensätzen aus strengen Kompositionsregeln, abstrakter Malerei und gegenständlichen bis hin zu naturalistischen Darstellungen in ihren Motiven.

Für ihre Arbeiten verwendet sie Bildfragmente aus Hochglanzmagazinen, die sie mit Darstellungen historischer Gemälde oder auch Elementen eigener früherer Arbeiten zusammenfügt. Die Collagen sind komponiert wie Gedichte – teils nach strengen Kompositionsregeln und teils assoziativ zusammengesetzt. Die Künstlerin verweist damit auf das verzerrte Verhältnis des Menschen zu seiner Umgebung. Das Fragmentarische in Reiner Hansens Bildern wird zum Synonym für unsere kulturelle Bildpraxis und die verbreitete Manipulation bildlicher Darstellungen im digitalen Zeitalter. Je länger sich der Betrachter mit einer Arbeit auseinandersetzt, desto mehr Einzelelemente wird er entdecken, die sich trotz der lückenhaften Arrangements wie natürlich zur einem Gesamtbild fügen und dennoch jeweils ihren individuellen Charakter bewahren.

Reiner Hansens Arbeiten wurden bereits in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen in den USA und in Europa gezeigt. So waren sie bereits in der Dolby-Chadwick Gallery, der Cain Schulte Gallery und der Jack Fischer Gallery in San Francisco zu sehen, ebenso in der Manifest Gallery in Cincinnati, im Fort Wayne Museum in Indiana und in der Craig Krull Gallery in Santa Monica sowie 2012 in der Jack Chiles Gallery in New York. Der deutsche Kunstmarkt ist gerade im Begriff, die Künstlerin zu entdecken; ausgestellt wurde sie in Deutschland dagegen bisher lediglich im Kunstverein Buchholz/Nordheide. Sie kann also für den deutschen Kunstbetrieb noch als Geheimtipp gelten, der sicher schnell entdeckt wird, denn ihre Arbeiten wurden bereits vielfach ausgezeichnet (unter anderem 2006 mit dem Sugarman Foundation Grant und 2012 mit dem Lillian Orlowsky and William Freed Foundation Grant) und im Juxtapoz Magazine, dem Beautiful / Decay Magazine sowie Online von Jung Katz und auf Beautiful Surface besprochen.

Kirstine Reiner Hansen lebt und arbeitet in der Bay Area in Kalifornien.

»What drives me is a sense of the unexpected.«

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